


Hier findest du Gedanken und praktische Impulse rund um Geschäftsideen, Startups und Selbständige.
Hier findest du Gedanken und praktische Impulse rund um Geschäftsideen, Startups und Selbständige.
Wer kennt sie nicht? Die Bedürfnispyramide von Maslow. Irgendwann ist sie einem vermutlich schon einmal über den Weg gelaufen.
Ganz unten stehen unsere Grundbedürfnisse, danach folgen Sicherheit, Zugehörigkeit und Anerkennung. Ganz oben wartet die Selbstverwirklichung.
Das lässt sich erstaunlich gut auf unsere Arbeitswelt übertragen.

Oder noch einfacher:
„Ich brauche einen Job.“
„Ich brauche einen Job, von dem ich leben kann.“
„Ich möchte mich dort wohlfühlen.“
„Ich möchte etwas erreichen und dafür Anerkennung bekommen.“
Und irgendwann vielleicht:
„Ich möchte etwas tun, das wirklich zu mir passt.“
Interessant wird es, wenn wir die Selbständigkeit ins Spiel bringen.
Denn egal, auf welcher dieser Stufen du dich gerade befindest: Daraus kann ein Grund entstehen, sich selbständig zu machen.
Vielleicht muss schlicht ein Einkommen her. Vielleicht möchtest du mehr verdienen oder finanziell unabhängig werden. Vielleicht möchtest du endlich mit Menschen arbeiten, die ähnlich ticken wie du – oder du hast von Teamarbeit inzwischen einfach die Schnauze voll.
Vielleicht möchtest du beweisen, was du kannst, etwas Eigenes erreichen oder Anerkennung bekommen. Und vielleicht bist du an einem Punkt angekommen, an dem du einfach das tun möchtest, was zu dir, deinen Fähigkeiten und deinen Vorstellungen passt.
Die spannende Frage ist also:
Was treibt dich eigentlich an?

Schauen wir etwas genauer hin. Denn Menschen gründen aus ganz unterschiedlichen Gründen. Und häufig sagt der eigene Antrieb einiges darüber aus, wohin man mit seinem Geschäft später möchte.
Vielleicht erkennst du dich in einem dieser Typen wieder.
Dieser Typ wird stark von wirtschaftlichem Eigeninteresse angetrieben.
Er möchte Geld verdienen. Viel Geld. Vielleicht gehört auch eine kleine Portion Grössenwahn dazu. Ein kleines, gemütliches Geschäft? Kann man machen. Aber warum nicht gleich ein Imperium?
Ein schönes Beispiel dafür ist Conrad Hilton.

Hilton wollte reich werden, gross werden und zu den Besten gehören. Ein einzelnes Hotel war nicht das Ende seiner Vorstellung. Aus seinem ersten Hotel entwickelte sich schliesslich die Marke Hilton und daraus eines der grössten Hotelunternehmen der Welt.
Natürlich hat Conrad Hilton nicht persönlich Tausende Hotels eröffnet. Aber am Anfang stand jemand, der in deutlich grösseren Dimensionen dachte als nur bis zum nächsten Hotel.
Motor: Geld, Wachstum, Erfolg und vielleicht irgendwann mit dem Ferrari durch Monte Carlo düsen.

Dieser Typ startet bei einem Problem, das er selbst kennt und stellt irgendwann fest:
Moment mal. Das nervt doch nicht nur mich.
Aus dem eigenen Problem wird eine Lösung für viele.
Ein schönes Beispiel dafür ist Drew Houston, einer der Gründer von Dropbox.
Houston hatte immer wieder das gleiche Problem: Seine Dateien waren dort, wo er gerade nicht war. Besonders bekannt ist die Geschichte einer Busfahrt von Boston nach New York im Jahr 2007. Houston wollte arbeiten – sein USB-Stick lag aber zu Hause.
Anstatt sich zwei Stunden darüber aufzuregen, begann er, an einer Lösung zu programmieren.
Daraus entstand später Dropbox: Dateien an einem Ort speichern und von verschiedenen Geräten darauf zugreifen.
Andere hätten sich vermutlich einfach einen zweiten USB-Stick gekauft.
Motor: Ein eigenes Problem so lösen, dass auch andere etwas davon haben.

Hier kommt der Missionar unter den Gründern.
Geld verdienen? Ja. Aber bitte mit einem Sinn dahinter.
Dieser Typ nutzt sein Unternehmen auch als Plattform für gesellschaftliche, soziale oder ökologische Überzeugungen. Er möchte nicht nur ein Produkt verkaufen, sondern etwas verändern.
Ein bekanntes Beispiel ist Yvon Chouinard, Gründer von Patagonia.
Umweltschutz wurde mit der Zeit immer stärker zum Kern seines Unternehmens. Patagonia formulierte seinen Unternehmenszweck schliesslich mit den Worten:
„Wir sind im Geschäft, um unseren Heimatplaneten zu retten.“
Viel deutlicher kann man seinen Antrieb wohl kaum auf die Verpackung schreiben.
Motor: Etwas verbessern – gesellschaftlich, sozial oder ökologisch.

Dann gibt es Menschen, die irgendwo hinschauen und sich fragen:
Warum macht man das eigentlich immer noch so?
Das Interessante daran: Sie müssen von dem Problem selbst überhaupt nicht betroffen sein.
Ein bodenständiges Schweizer Beispiel dafür ist KEMARO aus St. Gallen. Die drei Ingenieure Armin Koller, Martin Gadient und Thomas Oberholzer beobachteten ein ziemlich unspektakuläres Problem:
In Industrie- und Lagerhallen wurde immer mehr automatisiert, nur die Reinigung der riesigen Bodenflächen blieb aufwendig.
Sie erkannten darin eine Geschäftsmöglichkeit und entwickelten einen autonomen Kehrsaugroboter für Industriehallen.
Aus einem Problem, das zunächst gar nicht ihr eigenes war, entstand ein Unternehmen.
Motor: Hinschauen, Probleme erkennen und sich fragen: Geht das nicht besser?

Und dann gibt es noch diejenigen, die zuerst etwas erfinden und danach überlegen müssen, was um Himmels willen man damit anfangen soll. Ein wunderbares Beispiel dafür ist Spencer Silver von 3M. 1968 sollte der Chemiker eigentlich einen besonders starken Klebstoff entwickeln.
Das Ergebnis?
Das genaue Gegenteil.
Sein Klebstoff haftete zwar, liess sich aber problemlos wieder ablösen und erneut ankleben.
Nicht unbedingt das, was bestellt war.
Silver erkannte trotzdem, dass seine Entdeckung interessant war. Nur hatte er ein kleines Problem:
Er wusste nicht, wofür man sie brauchen könnte.
Jahrelang suchte er nach einer sinnvollen Anwendung. Seine Erfindung war gewissermassen eine Lösung, die noch auf ihr Problem wartete.
Dieses Problem fand Jahre später sein Kollege Art Fry. Beim Singen im Kirchenchor fielen Fry ständig die Papier-Lesezeichen aus seinem Gesangbuch. Da erinnerte er sich an Silvers seltsamen Klebstoff.
Ein Lesezeichen, das haftet, aber wieder entfernt werden kann?
Aus dieser Kombination entstand schliesslich das Post-it.
Motor: Entdecken, tüfteln und irgendwann herausfinden, welches Problem die eigene Idee eigentlich lösen kann.
Und welcher Motor steckt in dir?
Natürlich passen Menschen selten sauber in eine Schublade. Vielleicht möchtest du etwas verändern und gutes Geld damit verdienen. Vielleicht löst du dein eigenes Problem und merkst irgendwann, dass daraus etwas viel Grösseres entstehen könnte. Oder du möchtest eigentlich nur selbstbestimmter arbeiten und entwickelst unterwegs plötzlich Ambitionen, von denen du am Anfang noch gar nichts wusstest.
Trotzdem lohnt es sich, den eigenen Motor zu kennen. Denn jemand, der ein möglichst grosses Unternehmen aufbauen möchte, muss andere Entscheidungen treffen als jemand, der vor allem frei und selbstbestimmt arbeiten will. Wer ein gesellschaftliches Problem lösen möchte, setzt vielleicht andere Prioritäten als jemand, dessen Ziel in erster Linie finanzieller Erfolg ist.
Es gibt dabei kein richtig oder falsch.
Aber es gibt eine ziemlich wichtige Frage:
Und wenn deine erste Antwort lautet: „Keine Ahnung, ich will einfach weg aus meinem jetzigen Job“ – nun ja. Auch das wäre zumindest schon einmal ein Anfang.